Eine Herausforderung für Jung und Alt: Eine Fahrradtour der etwas größeren Ausmaße – bis nach Cuxhaven. Am Montag den 5. August ging es in der Stephanusgemeinde los. Nachdem wir das Gepäck in die Radtaschen aller Mitfahrer verteilt hatten, führte uns die erste Etappe durch das Otternhagener Moor bis nach Hassel in der Nähe von Eystrup.

Hier wurden wir von der örtlichen Kirchengemeinde herzlich empfangen, die uns in ihrem Gemeindesaal eine trockene Schlafmöglichkeit bot. Dazu überraschten sie uns mit einem tollen Frühstück mit Brötchen, Obst und Cornflakes.

Weiter ging es die Weser entlang bis nach Achim. Dort machten wir für eine kurze Eispause und besprachen die weitere Fahrt. Ursprünglich war eine Fahrt durch Bremen geplant, mit einem Fotostopp bei den Bremer Stadtmusikanten. Da wir aber bereits 45 km gefahren waren, wollte keiner mehr unnötige Umwege machen und es wurde einstimmig beschlossen, dass wir Bremen auslassen und direkt bis nach Lilienthal weiter fahren. Dort hatten wir beim DPSG Stamm Franziskus in einem katholischen Gemeindehaus eine zweite Übernachtungsmöglichkeit organisiert. Das Gemeindehaus watete neben einer Küche und Platz zum Schlafen auch mit einem Klavier und einem Trampolin auf, was vor allem die jüngeren Mitfahrer begeisterte.

Die dritte Etappe war bewusst kurz gewählt, um eine kleine „Verschnaufpause“ zu bringen. In Osterholz-Scharnbeck legten wir einen Stopp im Schwimmbad ein, denn Gemeindehäuser verfügen im Allgemeinen leider nicht über Duschen… Das größte Problem war dabei, dass das Gepäck irgendwo gelagert werden musste, während wir im Wasser planschten. Das war im Schwimmbad, auch auf Nachfrage, leider nicht möglich. Wir fanden stattdessen eine nahe gelegenen Carport, in dem wir unsere Fahrräder unterstellen durften. Wir formten aus den Rädern also ein großes, möglichst klausicheres Knäul um unsere Fahrradtaschen und widmeten uns dann dem warmen Wasser. Danach ging es weiter bis nach Hagen im Bremischen, wo eine Sporthalle unsere nächste Unterkunft sein sollte.

Leider war hier einige Wochen früher ein Legionellen-Befall entdeckt worden, der immer noch bestand. Deshalb waren Duschen und Waschbecken tabu. Gekocht wurde mit Flaschenwasser auf kleinen Trangias (Spirituskocher), die wir mitgebracht hatten. Während der Essensvorbereitungen stand dann auf einmal eine Zumba-Trainerin in der Halle, der anscheinend nicht mitgeteilt wurde, dass wir heute hier nächtigten. Eine interessante Combo, so ein Zumba-Training neben der eigenen Isomatte…

Die letzte Etappe führte uns über Bremerhaven die Küste hoch bis nach Cuxhaven. In Bremerhaven erwischte uns leider dann auch ein böser Regenschauer, vor dem wir Zuflucht in einem Parkhaus suchen mussten. Zusätzlich erschwerte der Wind die Weiterfahrt… Deshalb waren alle froh, als um 19 Uhr das Ziel der Reise in Sicht kam: Eine kleine Pfadfinderhütte 6 km hinter dem Strand von Cuxhaven.

Die nächsten vier Tage waren dann deutlich gemütlicher. Wir besuchten das Wellenbad in Duhnen, ließen Drachen steigen in Sahlenburg und machten eine Bootsfahrt zu den Seehundbänken in der Elbmündung. Eine geplante Wattwanderung musste leider wegen des anhaltenden Sturms abgesagt werden. Zusätzlich kamen über das Wochenende mehrere andere Pfadfinder aus unserem und befreundeten Stämmen zu Besuch.

Am Montag den 12. August ging es dann mit der Bahn zurück nach Hause. Bleibt zu erwähnen, dass wir es in Hamburg-Harburg tatsächlich geschafft haben einen ganzen Zug zehn Minuten lang aufzuhalten, da dieser zwei Minuten vor Abfahrt auf ein anderes Gleis verlegt wurde. Das hieß für uns, dass wir alle Fahrradtaschen und Fahrräder einzeln treppauf und treppab zum Zug schleppen mussten, denn der Fahrstuhl war natürlich zu kurz für Fahrräder… Aber ein bisschen Abenteuer ist schließlich immer dabei.

Abends kamen wir alle müde und kaputt wieder in Garbsen an. Eine einzigartige Sommerfahrt, auf der wir viel erlebt haben…

Kleine Statistik zum Abschluss:
240 km Fahrstrecke
1 böser Regenschauer
0 verlorene Taschen oder Räder
3 defekte Fahrradständer
2 Fahrrad-Notreparaturen