Die erste Nacht in der Hütte am Drachenberg

Wir wandern (oder auf pfadfinderisch „hajken“) wieder! Seit langer Zeit haben wir uns auf den ersten richtigen Hajk begeben. Natürlich haben wir im Rahmen von Sommerlagern immer mal wieder einen zweitägigen Hajk gemacht, doch dieses Mal waren wir ein ganzes Wochenende unterwegs.

Los ging es am Freitag direkt nach der Schule. Vom Hannover aus fuhren wir mit der Bahn über Braunschweig bis nach Königslutter am Elm. Bei relativ sonnigem, wenn auch kaltem Wetter, startete hier das Abenteuer. Mit Karte und Kompass navigierten wir uns auf die Spitze des Höhenzugs „Elm“ hinauf und übernachteten dort in der Hütte am Drachenberg. Bei frostigen 5°C in der Nacht war das nichts für Weicheier.

Der nächste Tag hielt weniger Wetterglück für uns bereit. Es regnete schon beim losgehen und hörte den gesamten Tag über nicht auf. Wir machten eine Runde über Langeleben (da die Friedhofskapelle schon besetzt war, fanden wir hier kurzzeitig Unterschlupf im Altenheim, damit wir uns aufwärmen konnten) und eine Kakaopause am Restaurant Tetzelstein. Die Wege wurden durch den zunehmenden Regen immer schlammiger und so geriet unser nächster Abschnitt zu einer Herausforderung. Denn wir beschlossen eigentlich die Abkürzung über den Kammweg bis zu unserer nächsten Übernachtungsmöglichkeit zu nehmen. Der Weg war aber schwieriger zu finden als angenommen und so verliefen wir uns auf unebenen Treckerspuren im mittlerweile strömenden Regen. Nur mit Hilfe eines GPS-Geräts konnten wir die richtige Richtung wieder finden, um gleich darauf festzustellen, dass wir eine Stunde lang quasi im Kreis gelaufen waren. Als wir fast zwei Stunden später an unserem Tagesziel angelangten, waren alle sehr erleichtert. Schnell wurden die nassen Sachen zum Trocknen aufhängt und dann Nudeln und eine Tasse Tee auf dem Spirituskocher gekocht, um wieder warm zu werden. Danach richteten wir die Schlafsäcke und verließen sie nicht mehr, bis zum nächsten Morgen. Mit Wizard spielen, Geschichten erzählen und dem Buch „Robin Hood“ vertrieben wir uns den Abend.

Am Sonntag folgte nur noch ein kleines Stück von vier Kilometern zurück zum Bahnhof in Königslutter. Nach einem entspannten Morgen und einem letzten ausgiebigen Frühstück (mit wenig Tee, da wir ans Ende unserer Wasservorräte gestoßen waren) machten wir uns auf den Rückweg. Im Sonnenschein ging es immer nur noch bergab, so dass wir trotz müder Beine schnell ankamen.