
Bei unserem diesjährigen Stammesevent machten sich zehn Personen – Gruppenleiter und Kinder aus allen Gruppen – gemeinsam auf den Weg nach Barsinghausen. Ziel war das Besucherbergwerk Klosterstollen, wo uns ein spannender und zugleich eindrucksvoller Einblick in die Geschichte des Steinkohlebergbaus erwartete.
Bereits zu Beginn unseres Besuchs wurden wir mit der passenden Ausrüstung ausgestattet: Jede und jeder von uns bekam eine Grubenlampe und einen Helm. Beides sollte sich im Laufe der Führung noch als ausgesprochen nützlich erweisen. Denn die Stollen waren an vielen Stellen sehr niedrig, sodass wir uns nicht nur einmal dank unserer Helme vor einer ordentlichen Beule bewahren konnten.
Anschließend ging es mit einer kleinen Grubenbahn in den Berg hinein. In den engen Kabinen saßen wir dicht beieinander, während die Bahn immer tiefer in die Dunkelheit des Stollens fuhr. Im Berg herrschte eine ganz besondere Atmosphäre: Die Temperatur unterschied sich mit 9 Grad Celsius ebenfalls stark von dem sonnigen Spätsommertag an der Oberfläche. Die Gänge wurden abschnittsweise von Lampen erhellt, teilweise waren aber unsere Lampen die einzige Lichtquelle und ließen die Umgebung nur Stück für Stück sichtbar werden.
Unten angekommen, bekamen wir zunächst verschiedene Geräte und Werkzeuge gezeigt, die früher beim Abbau der Steinkohle zum Einsatz kamen. Viele dieser Maschinen wurden mit Druckluft betrieben. Als sie vorgeführt wurden, wurde schnell deutlich, wie unglaublich laut diese Geräte gewesen sind. Das Dröhnen und Rattern der Maschinen vermittelte uns einen sehr authentischen Eindruck davon, wie hart und gefährlich die Arbeit unter Tage gewesen sein muss. Rund 100 Jahre wurde in den Stollen unter diesen schwierigen Bedingungen gearbeitet.
Während der weiteren Führung erkundeten wir verschiedene Gänge und Stollen. Dabei wurde uns anschaulich erklärt und gezeigt, mit welchen Abbaumethoden und Techniken die Bergleute die Kohle aus dem Berg gewonnen haben. Durch die engen Stollen zu gehen und die Arbeitsbedingungen selbst zu erleben, machte die Geschichte des Bergwerks und des Kohleabbaus sehr anschaulich. Natürlich durfte bei einem Besuch im Bergwerk auch ein kleines Andenken nicht fehlen. Wir hatten die Gelegenheit, selbst etwas Steinkohle mitzunehmen. So konnte jeder, der wollte, ein kleines Stück Bergbaugeschichte mit nach Hause nehmen.

An einer besonders feuchten Stelle konnten wir bereits bei der Einfahrt etwas Ungewöhnliches sehen. An der Wand wuchsen Moose und kleine Pflanzen, die sich dort trotz der ungewöhnlichen Bedingungen angesiedelt hatten. Und als wäre das noch nicht genug, entdeckten wir dort bei der Ausfahrt aus dem Stollen sogar einen Feuersalamander, der auch den Bergführern schon aufgefallen war.
Nach dem Besuch des Klosterstollens ging es für uns mit dem ÖPNV zurück nach Garbsen. Dort erwartete uns bereits der gemütliche Abschluss des Tages: Andere Pfadfinder aus unserem Stamm hatten während unserer Abwesenheit den Grill, das Essen sowie Tische und Bänke aufgebaut. Bei leckerem Grillgut, dem Buffet aus mitgebrachten Salaten und Beilagen und gemeinsamen Gesprächen und ließen wir den ereignisreichen Tag in entspannter Atmosphäre ausklingen. Insgesamt war es ein sehr schöner und abwechslungsreicher Tag. Besonders für die Kinder war der Besuch des Klosterstollens ein tolles Abenteuer: Die Fahrt mit der Grubenbahn, die Dunkelheit und Enge unter Tage, der Feuersalamander und die beeindruckenden Maschinen machten den Ausflug zu einem Erlebnis, das sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Gleichzeitig konnten wir viel über die Geschichte des Bergbaus und die harte Arbeit der Bergleute lernen. Ein rundum gelungenes Stammesevent, das Gemeinschaft, Abenteuer und spannende Einblicke in die Vergangenheit miteinander verbunden hat. Wir bedanken uns ganz herzlich bei dem Team vom Klosterbergwerk Barsinghausen, die uns diesen tollen Tag ermöglicht haben und uns sicher durch den Stollen begleitet haben.